Wissenschaftler entdecken „genetischen Code“ zukünftiger Pandemien: Wie können wir die nächste globale Bedrohung vorhersagen?
Die weltweite wissenschaftliche Gemeinschaft steht an der Schwelle zu einer Revolution in der Art und Weise, wie wir zukünftige Pandemien vorhersagen. Wissenschaftler der Universität Edinburgh ist es gelungen, die gemeinsamen evolutionären Merkmale von Pathogenen zu bestimmen, die das Potenzial haben, eine globale Gesundheitskrise ähnlich wie COVID-19 auszulösen.
Laut einer in der Fachzeitschrift Refractor veröffentlichten Studie liegt der Schlüssel zur Vermeidung künftiger Masseninfektionen in der Früherkennung gefährlicher Anzeichen in der Evolution von Viren. Die Analyse hunderter Pathogene ermöglicht es Experten, lokale Infektionen von solchen zu unterscheiden, die eine reale Chance haben, die Welt in das Epizentrum einer Pandemie zu verwandeln.
RNA-Viren: Die größte Herausforderung
Die Hauptrisikoquelle sind RNA-Viren. Im Gegensatz zu DNA-Strukturen mutiert Ribonukleinsäure extrem schnell, was es Pathogenen ermöglicht, sich blitzschnell an den menschlichen Organismus anzupassen. Obwohl nur ein kleiner Teil der bekannten RNA-Viren Menschen infizieren kann, ist ihre Transformationsfähigkeit ein kritischer Faktor für ihr Überleben.
Vom Tier zum Menschen: Das Risiko von Zoonosen
Ein Großteil der gefährlichen Viren sind sogenannte Zoonosen – Infektionen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Während einige Viren, wie das Tollwutvirus, keine Fähigkeit zur leichten Übertragung zwischen Menschen zeigen, sorgen andere – wie die Vogelgrippe – aufgrund ihrer ständigen Mutationen für hohe Besorgnis unter Wissenschaftlern. Experten warnen, dass das Risiko eines unkontrollierbaren Ausbruchses enorm ist, falls ein solches Virus in ein dicht besiedeltes Stadtgebiet gelangt, ähnlich wie im Fall von Ebola im Jahr 2014.
Das Modell funktioniert bereits
Das entwickelte Modell hat seine Wirksamkeit bereits unter Beweis gestellt, indem es die potenzielle Gefahr von Viren wie Chikungunya, Zika und Affenpocken identifizierte, noch bevor sie Massenepidemien auslösten. Die Wissenschaftler betonen, dass die größte Bedrohung von Viren ausgeht, die enge Verwandte bereits bekannter menschlicher Pathogene sind, sich aber unabhängig in der Tierwelt entwickeln – genau wie es bei SARS-CoV-2 der Fall war.
Den Forschern zufolge wird der zukünftige Schutz vor Pandemien nicht allein von Impfstoffen abhängen, sondern von der Fähigkeit des globalen Überwachungssystems, gefährliche Pathogene in ihren ersten Tagen des Auftretens zu erkennen, bevor sie sich unbemerkt in der Bevölkerung ausbreiten können.


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