Klimawandel bedroht italienischen Parmesan: Rückgang der Produktion und Preissprung erwartet
Extreme Temperaturen von über 40 Grad Celsius bedrohen eine der bedeutendsten Säulen der italienischen Landwirtschaft – den authentischen Parmigiano Reggiano. Anhaltende Hitzewellen gefährden nicht nur das Produktionsvolumen, sondern machen auch die wirtschaftliche Lage im Sektor unsicherer.
Das Hauptproblem ist der direkte Einfluss der Hitze auf die Rohstoffgewinnung. Ähnlich wie Menschen werden auch Kühe bei hohen Temperaturen weniger produktiv – sie nehmen weniger Nahrung zu sich, was zu einer erheblichen Verringerung der produzierten Milchmenge führt. Obwohl der Mangel an Weideland und Regen die Futterkosten vorübergehend senken kann, ist der negative Effekt auf den Rohstoff für die Industrie kritisch.
Um ihre Erträge zu schützen, sind Landwirte gezwungen, in teure Kühlsysteme, Ventilatoren und Wassernebel in den Ställen zu investieren, was zu einem sprunghaften Anstieg der Stromkosten führt. Das Problem verschärft sich zudem bei der Lagerung des fertigen Produkts.
„Während der Spitzen-Hitzewellen in diesem Jahr ist unser täglicher Energieverbrauch um etwa 30 % gestiegen“, teilte Giancarlo Ravanneti mit, Direktor des Unternehmens MGT, das Lagerhäuser im Wert von über 300 Millionen Euro verwaltet, in denen rund 500.000 Käselaibe gelagert werden.
Die Parmesan-Industrie ist eine mächtige Wirtschaftskraft, die im vergangenen Jahr rund 4,5 Milliarden Euro Umsatz generierte. Experten warnen, dass die anhaltenden Klimaanomalien zu einer Doppelkrise führen werden: geringere Qualität und Menge des Produkts, kombiniert mit höheren Produktionskosten, die unweigerlich auf den Endverbraucher umgelegt werden.
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