Widersprüchliche Entdeckung: Wassertrinken während der Mahlzeiten kann den Appetit tatsächlich steigern
In Ernährungskreisen hält sich lange die Meinung, dass die Aufnahme von Wasser während der Mahlzeiten ein effektiver Weg ist, den Appetit zu unterdrücken, indem ein Sättigungsgefühl im Magen erzeugt wird. Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Appetite veröffentlicht wurde, stellt diese Behauptung jedoch infrage.
Laut Forschern der Cornell University bleibt Wasser nicht lange genug im Magen, um ein dauerhaftes Sättigungsgefühl zu gewährleisten. Stattdessen kann es als „Schmiermittel“ wirken, das das Schlucken erleichtert und den Essvorgang beschleunigt. Paige Cunningham, Autorin der Studie, stellt fest, dass Wasser auch Mundtrockenheit verhindert, was es einem Menschen ermöglicht, das Essen über einen längeren Zeitraum zu genießen.
Einer der interessantesten Aspekte der Entdeckung ist der Effekt auf die Geschmacksknospen. Die Forscher weisen darauf hin, dass der Wechsel zwischen Wasser und Nahrung das sogenannte „sensorisch-spezifische Sättigungsgefühl“ verzögern kann. Dieser Mechanismus bedeutet, dass wir umso weniger Vergnügen an einem bestimmten Produkt haben, je mehr wir davon konsumieren. Wasser kann jedoch die Rezeptoren „reinigen“, sodass jeder weitere Bissen so aussieht und schmeckt, als wäre es der erste, was ein längeres Essen stimuliert.
Die Studie offenbart auch eine interessante Nuance bezüglich der Trinkgeschwindigkeit: Menschen, die Wasser langsam trinken, scheinen im Vergleich zu denen, die schnell trinken, weniger Nahrung zu konsumieren. Die Wissenschaftler vermuten, dass das längere Verweilen des Wassers im Mund einen stärkeren Kontrast zur Nahrung schafft, was den nächsten Bissen attraktiver macht.
Das Team führt derzeit weitere Untersuchungen durch, um die genauen ursächlichen Zusammenhänge zwischen diesen Gewohnheiten und dem Stoffwechsel des Körpers festzustellen.


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