Mögliche Erhöhung der Immobiliensteuern um bis zu 30 % im Jahr 2027
Eine Änderung der Berechnungsmethode für Immobilienbewertungen könnte zu einer erheblichen Erhöhung der Gebäudesteuer sowie der Kosten bei Kauf- und Verkaufsgeschäften führen. Diese Prognosen teilen Steuerexperten und Politiker, wobei darauf hingewiesen wird, dass der potenzielle Anstieg bis zu 30 % erreichen könnte.
Laut dem Abgeordneten von „Progressive Bulgaria“, Yavor Gechev, sind solche Änderungen im Haushalt für 2027 vorgesehen, obwohl sie im aktuellen Haushalt nicht aufgeführt sind. Die neue Methodik würde die realen Marktpreise, die Lage, die Art, den Zustand der Immobilie und das Baujahr genauer berücksichtigen.
Der Steuerberater Nikolay Ivanchev stellt fest, dass die derzeitige Methodik seit langem nicht aktualisiert wurde. Er weist darauf hin, dass eine Erhöhung der Bewertungen zwischen 20 % und 30 % angemessen wäre, warnt jedoch vor ernsthaften sozialen Folgen. „Wenn Sie einem Rentner sagen, dass Sie seine Grundsteuer um 30 % erhöhen, während seine Rente nur um 7,8 % gestiegen ist, wird dies zu einem großen gesellschaftlichen Problem“, betonte er.
Ivanchev fügt hinzu, dass aufgrund des hohen Anteils von Wohneigentümern in Bulgarien (über 90 %) jede Änderung der Steuerpolitik ein politisch hochsensibles Thema ist. Er äußerte sich zudem skeptisch gegenüber der Idee höherer Steuern für Zweit- oder Drittwohnungen, da er dies für administrativ schwierig und mit geringem finanziellen Effekt hielt.
Der Anwalt Deyan Dragiev ergänzte, dass die Änderung der Bewertungen einen „Dominoeffekt“ auf den Immobilienmarkt haben wird. Höhere Steuern und Gebühren bei Transaktionen könnten einige Immobilien für Käufer weniger attraktiv machen, da die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten steigen werden.
Damit das neue System im Jahr 2027 eingeführt werden kann, müssen die gesetzlichen Änderungen bereits Ende 2025 oder 2026 vorbereitet werden, wobei eine spezielle Arbeitsgruppe die neuen Koeffizienten und Indikatoren festlegen muss.

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