Ökologische Katastrophe vor dem Großen Barriereriff: El Niño bedroht die Existenz der größten lebenden Struktur
Das Große Barriereriff, die größte lebende Struktur des Planeten, steht vor einer ernsten ökologischen Bedrohung. Wissenschaftler warnen, dass die Rückkehr des Klimaphänomens El Niño eine großflächige und irreversible Korallenbleiche auslösen könnte, die zum Zusammenbruch des gesamten Ökosystems führen würde.
Laut dem Ökologie-Forscher Morgan Pratchett von der James Cook University treibt die aktuelle extreme El-Niño-Phase die Temperaturen im Pazifischen Ozean auf ein Niveau, das für die Korallenstrukturen kritisch ist. Das Riff, das sich über 2.300 Kilometer erstreckt, hat in den letzten Jahren bereits schwere Schäden durch die Erwärmung und Versauerung der Ozeanwasser infolge von Treibhausgasemissionen erlitten.
Der Prozess der Bleiche ist für die Korallen tödlich. Wenn das Meerwasser übermäßig warm wird, verlieren die Korallen die symbiotischen Algen, die ihnen Nährstoffe liefern und ihnen ihre Farbe verleihen. Ohne sie bleibt die Struktur weiß, schwach und verliert im Extremfall vollständig ihre Überlebensfähigkeit, was zum lokalen Aussterben zahlreicher Meeresarten führt.
Professor Ove Hog-Guldberg von der University of Queensland fügt hinzu, dass die Situation kritisch sei, und fordert die Regierungen weltweit zu sofortigem Handeln auf. Er vergleicht die derzeitige Untätigkeit mit dem Sinken der „Titanic“ und betont, dass der ökologische Kollaps der Korallenriffe ein Vorbote für viel weitreichendere globale Katastrophen sein könnte.


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