20 Billiarden Ameisen: Wissenschaftler enthüllen das unglaubliche Ausmaß der Insekten, das dem Gewicht aller wildlebenden Säugetiere entspricht
Eine neue wissenschaftliche Studie enthüllt unglaubliche Fakten über die Rolle und das Ausmaß der Ameisen im globalen Ökosystem. Berechnungen zufolge entspricht das Gesamtgewicht aller Ameisen auf dem Planeten in etwa der gesamten Biomasse aller wildlebenden Säugetiere und Vögel.
Forscher schätzen, dass derzeit etwa 20 Billiarden Ameisen auf der Erde leben. Ihre Gesamtmasse entspricht 12 Megatonnen Trockenkohlenstoff, was mehr als ein Fünftel der Biomasse der gesamten Menschheit ist. Zum Vergleich: Auf jeden lebenden Menschen auf dem Planeten entfallen etwa 2,5 Millionen Ameisen.
Umfangreiche Berechnungen und Methodik
Um zu diesen Zahlen zu gelangen, analysierten die Wissenschaftler 489 einzelne Feldstudien von allen Kontinenten außer der Antarktis. Die Studien decken verschiedene Ökosysteme ab – von tropischen Regenwäldern und Savannen bis hin zu Stadtparks und Wüsten. Jahrzehntelange Arbeit mit Fallen und Bodenproben ermöglichte es dem Team, genügend Daten für diese massive Zählung zu sammeln.
Ökologischer Einfluss
Ameisen sind nicht nur eine bloße Zahl, sie sind aktive Ingenieure der Ökosysteme. In der brasilianischen Savanne bewegen Ameisenkolonien der Gattung Atta jedes Jahr zwischen 8 und 40 Tonnen Erde pro Hektar. Im Amazonas verarbeiten Blattschneiderameisen etwa 17 % der pflanzlichen Masse, was mehr ist, als alle großen pflanzenfressenden Säugetiere des Kontinents zusammen bewältigen.
Ihre Verteilung ist jedoch stark ungleichmäßig. Die höchste Konzentration findet sich in tropischen Regenwäldern und Savannen, die zwei Drittel der Gesamtbiomasse ausmachen. Je näher man den Polen kommt, desto drastischer sinkt ihre Dichte aufgrund der niedrigeren Temperaturen und der geringeren Vegetation.
Evolutionärer Motor
Die enorme Anzahl dieser Insekten hat sie zu einer primären Nahrungsbasis für viele Arten gemacht. Nach dem Aussterben der Dinosaurier entwickelten viele Säugetiere spezifische Anpassungen, um sich von Ameisen zu ernähren. Arten wie Schuppentiere, Ameisenigel und Honigdars haben evolutionäre Veränderungen durchlaufen – wie die Verlängerung der Zunge, die Reduktion der Zähne und die Verstärkung der Krallen –, um Nahrung effizient aus den Nestern extrahieren zu können.


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