July 19, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Gesundheit

Millionenverluste im Gesundheitswesen: Mangelnde Kontrolle und Digitalisierung „saugen“ das System aus

Милионни загуби в здравеопазването: Липсата на контрол и дигитализация „източват“ системата
Foto: OldJimy SC · CC BY-SA 3.0

Das bulgarische Gesundheitssystem verliert jährlich Millionen von Euro aufgrund mangelnder effektiver Kontrolle und einer unzureichenden Digitalisierung. Diese Erkenntnisse stammen von der Plattform „Diagnose Bulgarien“, deren Gründer Martin Atanasov Analysen auf der Grundlage offizieller Sektordaten vorgestellt hat.

Laut Atanasov ermöglicht der Zugang zu massiven Datenmengen die Identifizierung von Unstimmigkeiten, die bisher verborgen geblieben sind. Eine der kritischsten Entdeckungen betrifft die Preisgestaltung von Medikamenten – verschiedene medizinische Einrichtungen kaufen dieselben seltenen und teuren Medikamente zu deutlich unterschiedlichen Preisen ein.

Als Lösung zur Bewältigung dieser Defizite werden mehrere Schlüsselmaßnahmen vorgeschlagen:

  • Einführung öffentlicher Ausschreibungen für Privatkrankenhäuser, die Mittel der Nationalen Krankenversicherungskasse (NHIF) nutzen;
  • Zentralisierte Auktionen für den Kauf teurer Medikamente;
  • Eine tiefgreifendere Digitalisierung zur Gewährleistung von Transparenz in der Verwaltung.

Die Plattform „Diagnose Bulgarien“ bietet bereits die Möglichkeit, die Gehälter in verschiedenen Krankenhäusern und Regionen zu vergleichen. Die Daten zeigen erhebliche Diskrepanzen bei den Vergütungen – sowohl zwischen verschiedenen medizinischen Einrichtungen als auch zwischen Mitarbeitern in ähnlichen Positionen innerhalb desselben Krankenhauses.

Derzeit sind Treffen mit Vertretern des Gesundheitsministeriums und der NHIF geplant, um den Zugang zu öffentlich verfügbaren Informationen zu erweitern. Ziel ist es, dass Transparenz im Sektor zu einem nachhaltigen Mechanismus wird und nicht nur eine einmalige Überprüfung bleibt.

„Der erste Schritt besteht darin, die richtige Diagnose zu stellen. Danach müssen wir die richtige Behandlung finden“, betonte Martin Atanasov.

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