Karlowo als Theaterbühne: Wie junge Schauspieler der Geschichte Leben einhauchen
Wenn die Geschichte aufhört, nur ein trockener Text in einem Lehrbuch zu sein, und anfängt zu atmen, zu sprechen und zu singen, wird sie zu Kunst. Genau das ist die Dimension der Arbeit der Theaterwerkstatt „Mise-en-Scène“ – einer kreativen Vereinigung von Schülern der Vasil-Levski-Oberschule in Karlowo, die die historischen Orte der Stadt in groß angelegte Theaterbühnen verwandelt.
Unter der Leitung der Literaturlehrerin Hristina Tomanova, gemeinsam mit Ivan Ivanov und Veselin Mlyachkov, rezitieren diese jungen Künstler nicht einfach nur, sondern „beleben“ Epochen. In den Kammern des Buhalov-Gasthauses suchen die heutigen Romeo und Julia nach ihrer Stimme, vor der Kurshum-Moschee hallen die Verse von Omar Khayyam wider, und in Kalofor verweben sich die Worte von Exarch Josif mit dem modernen Verständnis von Kampf und Glauben.
Die Projekte von „Mise-en-Scène“ sind nicht bloß Schulaufführungen, sondern haben nationale und internationale Anerkennung gefunden. Mit ihrer letzten Inszenierung „Traum von Paris“ – einer einzigartigen Kompilation klassischer Texte von Rimbaud, Saint-Exupéry und Hemingway, unterstützt durch Multimedia – kehrte die Truppe mit einer Goldmedaille vom internationalen Festival „Junge Talente“ zurück. Ein weiteres erfolgreiches Projekt, „Das Projekt“, bot dem Publikum einen ungewöhnlichen Blick auf die Gestalt von Vasil Levski, indem es Videoimpressionen, Hologramme und zeitgenössische soziale Fragen kombinierte.
Durch die Initiative „Gymnasium Fest“ verlassen die Schüler den Rahmen der traditionellen Bühne und dringen in das Herz des kulturellen Erbes vor. Ob es sich um eine moderne Interpretation von „Romeo und Julia“ oder eine Dramatisierung des Gedichts „Die Quelle der Belonogata“ handelt, das Ziel ist dasselbe: zu zeigen, dass die Vergangenheit ein lebendiger Dialog mit der Gegenwart ist.
Neue Herausforderungen stehen bevor. Nach dem Erfolg von „Flüstern aus der Vergangenheit“ bereitet die Werkstatt bereits das Projekt „Der Dichter und der Sturm“ vor, das Христо Ботев (Hristo Botev) gewidmet ist und Anfang Januar präsentiert wird. Dies ist der Beweis dafür, dass junge Menschen, wenn sie eine Bühne haben, die Geschichte nicht nur lernen, sondern sie neu erschaffen.


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