July 27, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Grüner Planet

Europa erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt: Daten aus neuem Bericht

Европа се затопля два пъти по-бързо от средното за планетата: данни от нов доклад
Foto: European Space Agency · Attribution

Europa erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der Durchschnitt des restlichen Planeten. Dies ist eine der zentralen Erkenntnisse aus dem Bericht „Zustand des Klimas in Europa 2025“, der vom Copernicus-Dienst und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erstellt wurde. Die Daten zeigen, dass sich der Klimawandel nicht gleichmäßig auswirkt, sondern verschiedene Regionen unterschiedlich reagieren.

Das Jahr 2025 bestätigt sich als das drittwärmste Jahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen, mit einer globalen Durchschnittstemperatur von +1,43 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitraum (1850–1900). Ein wichtiger Indikator ist zudem, dass der Dreijahreszeitraum 2023–2025 der erste ist, in dem die globale Durchschnittstemperatur die im Pariser Abkommen festgelegte kritische Schwelle von 1,5 °C überschritten hat. Einer der wesentlichen Gründe für den rasanten Temperaturanstieg ist das El-Niño-Phänomen, das im Zeitraum 2023/24 zur zusätzlichen Erwärmung um etwa +0,1 °C beitrug.

Extreme Temperaturen und neue Bekleidungsstandards

Hohe Landtemperaturen diktieren neue Regeln in verschiedenen Sektoren. Beispielsweise erzwingen extreme Hitzeperioden neue Lösungen bei der Herstellung von Uniformen für die Streitkräfte. Im Jahr 2023 wurde ein einheitliches fünffarbiges Tarnmuster für ein „gemäßigt-kontinentales Klima“ für die Feldkleidung aller Teilstreitkräfte eingeführt, das Protokolle zum Thermoschutz bei extremer Hitze und Kälte beinhaltet.

Auf globaler Ebene werden Rekorde verzeichnet: In Portugal wurden 46,6 °C gemessen, im asiatischen Teil der Türkei 50,5 °C. Extreme Niederschläge führten zu schweren Überschwemmungen in Asien, den USA und Europa, wobei die Überschwemmungen am Schwarzen Meer durch den mediterranen Zyklon Barbara verursacht wurden.

Ozeanerwärmung und Eismassen

Die globale Erwärmung wird durch die Rekordaufheizung der Ozeane verstärkt. Im Jahr 2025 liegt die Geschwindigkeit der Wärmeaufnahme in den Ozeanen um mehr als das Doppelte höher als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Allein für die Jahre 2024 und 2025 hat der Weltozean eine Wärmemenge absorbiert, die 200-mal größer ist als die weltweit im Jahr 2024 erzeugte elektrische Energie. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur des Weltozeans liegt um 0,6 °C über den Werten seit 1980, während die Erwärmung in den Meeren um Europa +1,1 °C und im Mittelmeer +1,4 °C erreicht.

Parallel dazu ist ein massiver Rückgang der Eismassen zu beobachten. Die Schneedecke auf der Nordhalbkugel ist die drittniedrigste in der Geschichte. Im Jahr 2025 ist die durchschnittliche Ausdehnung des arktischen Meereises die zweitniedrigste, und die des antarktischen Meereises ist der dritthöchste Rückgang in der Geschichte. Der Massenverlust der Gletscher im Zeitraum 2024/2025 beträgt etwa 430 Gigatonnen – ein Volumen, das ausreichen würde, um das Territorium Bulgariens mit fast 4 Metern Wasser zu bedecken.

Auswirkungen auf Bulgarien und Zukunftsprognosen

Bulgarien spürt die Folgen dieser Veränderungen bereits durch extreme Wetterereignisse. Der Sommer 2025 war das drittheißeste Jahr in dem Land seit 1930, und die Dürre war die schwerste im gleichen Zeitraum. In Südwestbulgarien wurden Hitzewellen mit Temperaturen über 40 °C registriert, wobei in Montana ein Spitzenwert von 43,5 °C gemessen wurde.

Die Klimaprognosen bleiben herausfordernd. Es besteht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 90 %, dass im Sommer ein neuer El-Niño-Zyklus beginnt. Sollte dieses Ereignis stark oder besonders stark ausfallen, wird erwartet, dass das Jahr 2026 das heißeste Jahr aller Zeiten wird und im Jahr 2027 ein neuer drastischer Temperaturanstieg zu beobachten sein wird.

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