Architektur als lebendige Sprache: „Projekt Kino Kosmos“ im Nenko-Balקanski-Museumshaus
Was passiert mit den Beton- und Glasmassen, wenn politische Epochen vorüberziehen? Sind sie bloß Monumente der Vergangenheit oder atmen sie weiter im Rhythmus der modernen Stadt? Diese Fragen stehen im Zentrum von „Projekt Kino Kosmos“ – der neuen Einzelausstellung von Vasilena Gankovska, die im Nenko-Balκanski-Museumshaus in Kazanlak eröffnet wird.
Unter der Kuratierung von Boris Kostadinov ist das Projekt nicht nur eine Retrospektive architektonischer Formen, sondern eine tiefgehende visuelle Analyse der spätmodernistischen sozialistischen Architektur. Gankovska wählt zwei emblematische Objekte aus – die Kinos „Kosmos“ in Berlin und Plovdiv. Sie werden nicht als statische Artefakte präsentiert, sondern als lebendige Räume, die ihre Codes und Bedeutungen über Jahrzehnte hinweg weitertragen.
Durch eine reiche multidisziplinäre Palette – von Fotografie und Malerei bis hin zu Keramik und Grafikdrucken – verfolgt die Künstlerin, wie sich die architektonische Sprache unter dem Druck gesellschaftlicher und politischer Veränderungen transformiert. Sie verwandelt die schweren Formen der Vergangenheit in einen aktiven Teilnehmer unserer Gegenwart und untersucht, wie die visuellen Symbole einer Epoche die städtische Umgebung von heute weiterhin prägen.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Partnerschaft mit der Singer-Zaharieff-Stiftung und der Nationalen Galerie. Sie ist für Besucher vom 24. Juli bis zum 11. Oktober 2026 zugänglich.


Kommentare (0)