Verfahren über 127 Mio. Euro für Kleinunternehmen in Kohleregionen wegen Manipulationen gestoppt
Das Verfahren zur Verteilung von 127 Mio. Euro für technologische Modernisierung und Investitionen in kleine und mittlere Unternehmen in Kohleregionen wurde aufgrund festgestellter Manipulationen abgebrochen. Laut dem Vizepremier für EU-Mittel, Atanas Pekanow, wurden die Auswahlkriterien nach Abschluss des Verfahrens geändert, um bestimmten Kandidaten einen Vorteil zu verschaffen.</p>
Manipulationen im Ministerium für Regionalentwicklung
Laut Pekanow steht der Fall im Zusammenhang mit einem Korruptionsschema im Ministerium für Regionalentwicklung und Bauwesen (MRRB), das während der Regierung „Zhelyazkov“ durchgeführt wurde. Etwa 1600 Unternehmen nahmen an dem Verfahren teil, aber die Eingriffe in die Bedingungen ermöglichten eine gezielte Auswahl bestimmter Firmen.</p>
„Diese Woche wurde ein manipuliertes Korruptionsschema im MRRB gestoppt. Nachdem das Verfahren abgeschlossen war, wurden die Kriterien so angepasst, dass einige Firmen diese Mittel gewinnen konnten“, erklärte der Vizepremier. Er fügte hinzu, dass auch Funktionäre der GERB von dem Schema betroffen waren, die sich öffentlich nicht zu dem Fall geäußert haben.</p>
Neue Regeln und Risiko von Verzögerungen bei anderen Mitteln
Trotz des Abbruchs des laufenden Verfahrens werden die Mittel nicht verloren gehen. Es ist vorgesehen, eine neue Ausschreibung mit vollständig überarbeiteten und transparenten Regeln anzukündigen. Pekanow versicherte, dass ehrliche Unternehmen nicht um die Ressourcen gebracht werden, obwohl die Summe aufgrund der geänderten Bedingungen wahrscheinlich geringer ausfallen wird.</p>
Parallel zu diesem Fall steht die Regierung vor dem Risiko einer Verzögerung von etwa 400 Mio. Euro aus dem Wiederaufbau- und Resilienzplan. Der Grund ist das Fehlen eines Vertreters des Obersten Kassationsgerichts in der Antikorruptionskommission. Die Europäische Kommission erwartet bis Ende August ein funktionierendes Gremium mit fünf Mitgliedern und einem Vorsitzenden; die Regierung wird Gespräche mit der EU-Kommission suchen, um die Möglichkeit einer bedingten Freigabe der Mittel zu prüfen.</p>
Finanzrahmen und Haushalt für 2026
Im Kontext der Verwaltung der öffentlichen Finanzen kommentierte Atanas Pekanow auch den verabschiedeten Haushalt für 2026. Er wies Behauptungen über Verstöße gegen das Gesetz über die öffentlichen Finanzen zurück und bezeichnete das Dokument als „Haushalt des Status quo“. Seiner Meinung nach spiegelt der Rahmen die über die Jahre angesammelten unhaltbaren Trends wider, wurde aber mit dem Ziel der Transparenz verabschiedet, ohne drastische soziale Kürzungen oder die Einfrierung von Renten vorzunehmen.</p>


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