Russland blockiert ukrainische Exporte über das Schwarze Meer: Erstmals keine Schiffe in den Häfen der Oblast Odessa
Der russische Druck auf die ukrainischen Seeexporte hat einen kritischen Punkt erreicht. Am Mittwoch ist es erstmals seit der Einrichtung des geschützten Korridors im Jahr 2023 nicht gelungen, dass ein einziges Frachtschiff die drei wichtigen Häfen der Oblast Odessa anlief. Die aktuelle Eskalation gefährdet die globale Ernährungssicherheit unmittelbar, und das mitten in der Erntesaison.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete das Vorgehen Moskaus als „vorsätzlichen wirtschaftlichen und humanitären Terror“. Er zog Parallelen zu den iranischen Angriffen in der Straße von Hormus und betonte, dass bei anhaltendem Druck Millionen von Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika mit drastisch steigenden Lebensmittelpreisen und dem Risiko von Hungersnöten konfrontiert werden.
Die Folgen der Angriffe sind bereits in der Logistik spürbar. Der Schifffahrtsriese Maersk hat seine Operationen im Hafen von Tschornomorsk bereits eingestellt und leitet Frachtgüter nach Constanța in Rumänien um. Obwohl Kiew die Sicherheit der Route versichert, reagieren Schiffseigentümer auf das steigende Risiko mit der vorübergehenden Einstellung der Fahrten.
Als Reaktion auf die Situation rief die Ukraine zu einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates am 27. Juli auf und forderte eine internationale Reaktion auf die Verletzung der Freiheit der Schifffahrt.
Experten weisen auf einen wesentlichen Unterschied im Vorgehen der beiden Seiten hin. Während Russland vollkommen legale Handelsschiffe angreift, richtet die Ukraine ihre Schläge gegen Schiffe, die das internationale Recht durch den Transport von sanktioniertem russischem Öl oder Besuche in besetzten Gebieten verletzen. Die ukrainischen Seestreitkräfte versichern, dass sie weiterhin an der Wiederherstellung der maximalen Kapazität des Korridors arbeiten werden, obwohl der Druck auf die Handelsunternehmen beispiellos ist.


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