July 27, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Landwirtschaft

Reformen im Agrarsektor: Neues Genossenschaftsgesetz und Kriminalisierung von Subventionsbetrug vorgeschlagen

Реформи в аграрния сектор: Предлага се нов Закон за кооперативите и криминализиране на измамите със субсидии
Foto: LEONARDO VAZQUEZ · Pexels License

Budgetäre Herausforderungen und das Streben nach Ausgewogenheit

Der verabschiedete Staatshaushalt für das laufende Jahr spiegelt den vorgefundenen Zustand und die bestehenden Verpflichtungen des Staates wider, erklärte der Vorsitzende der Kommission für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in der Nationalversammlung, Yavor Gechev. Ihm zufolge wurde der Finanzrahmen mit einem Defizit von über 5 % verabschiedet, was unvermeidlich sei, um Unterbrechungen bei den Zahlungen aus Verträgen zu vermeiden, die die Wirtschaft beeinträchtigen könnten.

„Unsere Philosophie war es, die ganze Wahrheit zu sagen, die Unausweichlichkeit in diesem Jahr zu akzeptieren und im nächsten Jahr ein ausgewogenes Budget nach den Maastricht-Kriterien anzustreben“, betonte der Abgeordnete der „Progressive Bulgaria“-Partei.

Digitalisierung und Kampf gegen Spekulation

Eines der Hauptziele ist der Abbau von Bürokratie durch E-Government. Die Einführung elektronischer Register steht bevor, die durch automatisierte Datenanalysen Anomalien in Rechnungen und Zertifikaten erkennen und diese an die zuständigen Behörden wie die bulgarische Agentur für Lebensmittelsicherheit (BABH), das Finanzamt (NAP), die Kommission für Wettbewerbsschutz (KZK) und den Verbraucherschutz (KZP) weiterleiten werden.

Im Bereich der Lebensmittelpreise ist die Einführung sogenannter „französischer Kennzeichnungen“ geplant, die den Ursprung und die Qualität bulgarischer Produkte garantieren sollen. Gleichzeitig wird an der Beseitigung von „Mängeln“ in der Lieferkette gearbeitet, mit dem Ziel, echte kleine Erzeuger von Händlern zu unterscheiden, die ohne die notwendigen Maßstäbe agieren.

Neues Modell für Genossenschaften und landwirtschaftliches Eigentum

Bis zum Ende des Jahres wird die Ausarbeitung eines neuen Abschnitts in der Gesetzgebung erwartet, der den landwirtschaftlichen Genossenschaften gewidmet ist. Der neue Rahmen wird es Landwirten ermöglichen, sich für eine größere Marktmacht zusammenzuschließen und gleichzeitig ihr Privateigentum zu bewahren, wobei auch erleichterte Steuerbedingungen vorgesehen sind.

In Bezug auf landwirtschaftliche Flächen wies Yavor Gechev darauf hin, dass ein Moratorium für den Verkauf von Flächen durch „weiße Flecken“ seitens der Kommunen eingeführt wird. Ziel ist die Schaffung eines nachhaltigen Landmodell, bei dem kleine Erzeuger in Sektoren wie Obst und Gemüse Flächen von 100–200 Dekar mit geeigneter Infrastruktur bündeln können.

Strafrechtliche Verantwortlichkeit für Subventionsbetrug

Im Parlament werden Änderungen diskutiert, die systematischen Betrug mit Agrarsubventionen von Verwaltungsübertretungen zu Straftaten mit strafrechtlicher Verantwortlichkeit machen sollen. Derzeit werden wiederholte Verstöße nur mit dem Entzug der Subvention bestraft, aber die neue Maßnahme zielt auf eine strengere Bestrafung von Akteuren ab, die systematischen Betrug begehen.

„Echte Landwirte brauchen Produktion und nicht nur die Inanspruchnahme von Geldern. Wenn wir die Kontrolle verschärfen und die Selbstkontrolle über die Genossenschaften einführen, werden die realen Erzeuger deutlich mehr Mittel erhalten“, schloss Gechev.

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