Monatelange Wartezeiten auf Gutachten: Wie Medikamente Fahrer in Smoljan zu „Drogenabhängigen“ machen
Ein systemisches Problem durch den Mangel an spezialisierten Laboren und Sachverständigen verzögert die Justiz in der Region Smoljan. Einer der akutesten Aspekte betrifft die chemischen Gutachten zu Betäubungsmitteln, die zwischen drei und sieben Monate dauern können.
Nach Angaben der Regionaldirektion des Innenministeriums in Smoljan haben im vergangenen Jahr 31 Fahrer in der Region positive Drogensests abgegeben. Das Problem besteht darin, dass bei fast der Hälfte dieser Fälle die anschließenden Laboruntersuchungen ergaben, dass das Ergebnis aufgrund der Einnahme von Medikamenten und nicht aufgrund verbotener Substanzen positiv war.
Der Bezirksstaatsanwalt von Smoljan, Nedko Simov, betont, dass Fahrer aufgrund der geringen Anzahl an Laboren im Land für lange Zeit ohne Führerschein bleiben, bis ihre Unschuld bewiesen ist. Die Situation wird zudem durch den Einspruch gegen die ursprünglichen Ergebnisse erschwert, was das Verfahren um weitere Monate verlängert.
Eine teilweise Entspannung der Krise wird noch in diesem Monat erwartet, da bis zum Ende des Zeitraums ein neues spezialisiertes Labor in Plovdiv den Betrieb aufnehmen soll, das auch die Region Smoljan bedienen wird. Dies würde die Bearbeitung der chemischen Untersuchungen beschleunigen.
Neben den chemischen Gutachten gibt es auch einen erheblichen Mangel bei auto-technischen und forensisch-ökonomischen Gutachten. Der Mangel an Sachverständigen in der Region zwingt die Justizbehörden, auf Spezialisten aus Plovdiv und Stara Zagora zurückzugreifen, was zu einer vielfachen Verlängerung der Fristen führt. Laut Staatsanwalt Simov erfordert die Lösung dieses Personalmangels ein Eingreifen auf nationaler Ebene durch die Exekutive.


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