July 21, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Kultur

Mehr als Spuren im Stein: Wie die tschechische Kultur in das bulgarische Gefüge eingewoben wurde

Повече от следи в камък: Как чешката култура се вплете в българската тъкан
Foto: AI илюстрация (Flux) · AI generated

Die Geschichte Bulgariens ist nicht nur die Geschichte unserer eigenen Völker, sondern auch die derer, die unsere Lande zu ihrer Heimat gewählt haben. Die tschechische Präsenz in Bulgarien nach der Befreiung ist nicht bloß eine Episode in den Lehrbüchern; sie ist ein lebendiger Faden, der sich in der Architektur, der Wissenschaft, der Musik und vor allem in der Seele unserer Kunst widerspiegelt.

In der neuen Ausgabe des Podcasts „Stimmen der Erde“ wird dieser komplexe und schöne Dialog zwischen zwei Kulturen beleuchtet. Anlass ist das Doppeljubiläum, das es uns ermöglicht, mit einer neuen Perspektive zurückzublicken.

Erstens feiern wir 77 Jahre seit der Gründung des Tschechischen Kulturzentrums in Sofia. Diese Institution ist längst nicht mehr nur ein Verwaltungsgebäude, sondern eine kulturelle „Umsteigestation“, an der Künstler, Wissenschaftler und Übersetzer ihre Ideen verweben. Die Direktorin des Zentrums, Radka Rubilina, und Silvia Deribeeva erläutern, wie dieser Raum es geschafft hat, die Flamme unserer gemeinsamen Interessen über Jahrzehnte hinweg am Brennen zu halten.

Der zweite Teil der Erzählung führt uns durch den Blick des Literaturkritikers Mitko Novkov in die Welt der Farben und Symbole. Anlass ist der 170. Geburtstag von Ivan Mrkvička – dem Künstler, der Bulgarien nicht nur gemalt, sondern sein Wesen verstanden hat. In seinem Buch „Von Mrkvička bis zum Minotaurus“ bietet Novkov eine neue Interpretation seines Schaffens an, wobei er sich auf das Meisterwerk „Ruchenitsa“ konzentriert. Dies ist nicht nur ein Gemälde, sondern ein visueller Code der bulgarischen Spiritualität und des historischen Gedächtnisses, gebrochen durch die tschechische Sensibilität.

Diese beiden Gespräche erinnern uns daran, dass der Beitrag der tschechischen intellektuellen Elite zu Bulgarien nicht in der Vergangenheit erstarrt ist. Er ist ein dynamischer Prozess, der in unseren kulturellen Institutionen und in jener unsichtbaren, aber spürbaren Nähe weiterlebt, die die beiden Völker seit mehr als anderthalb Jahrhunderten verbindet.

KulturGeschichteKunstBulgarien und TschechienIvan MrkvičkaTschechisches Kulturzentrum

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