Kampf um den Marktvorteil: US-Senator fordert Wall Street auf, den bezahlten Zugang zu Trumps Posts zu ignorieren
In amerikanischen politischen und Finanzkreisen eskaliert ein neuer Streit um den Zugang zu Informationen, die die Richtung der weltweiten Märkte verändern könnten. Mark Warner, der führende Demokrat im Geheimdienst-Ausschuss des Senats, rief die führenden Banken und Investmentinstitutionen der Wall Street dazu auf, einen neuen kostenpflichtigen Dienst des sozialen Netzwerks „Truth Social“ zu boykottieren.
Das Problem wird durch den neuen Dienst „Truth API“ verursacht, der von der „Trump Media & Technology Group“ (TMTG) eingeführt wurde. Er verspricht seinen Abonnenten exklusiven, schnellen und frühzeitigen Zugang zu den Beiträgen der einflussreichsten Profile auf der Plattform, einschließlich derer von Donald Trump. Da die Äußerungen des US-Präsidenten häufig sofortige Reaktionen an den Finanzbörsen auslösen, warnt der Senator, dass dies eine „beunruhigende Form der Informationsasymmetrie“ schaffe.
Laut Warner ist der Verkauf von privilegiertem Zugang zu Nachrichten eines Staatsführers, die die Regierungspolitik und die Märkte direkt beeinflussen, ethisch fragwürdig und könnte ausschließlich dem persönlichen finanziellen Vorteil des Präsidenten dienen. Er forderte die führenden Finanzverbände in den USA auf, sich öffentlich von diesem Angebot zu distanzieren.
Reaktionen aus dem Finanzsektor sind bereits spürbar. Quellen aus großen US-Banken, die von Reuters zitiert wurden, erklärten, dass sie nicht planen, den Dienst zu abonnieren. Ihrer Meinung nach stellt der Kauf einer solchen Art von „Schnellinformation“ eine andere Art von Risiko dar als standardmäßige Marktdaten, da es faktisch eine Zahlung für frühzeitiges Wissen über politische Entscheidungen ist.
Der Preis für den Dienst ist erheblich – Informationen zufolge kann die monatliche Gebühr bis zu 100.000 US-Dollar betragen, wobei Rabatte bei langfristigen Verträgen angeboten werden. Angesichts der Tatsache, dass ein von der Familie Trump kontrollierter Trust einen bedeutenden Anteil an TMTG hält, bleibt die Frage des Interessenkonflikts im Fokus von Regulierungsbehörden und Investoren.


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