August 5, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Technologie

IBM erwartet, dass Quantentechnologien die Umsätze des Unternehmens bis 2029 verändern werden

IBM очаква квантовите технологии да променят приходите на компанията до 2029 г.
Foto: OJB Quantum · CC BY 4.0

Der CEO von IBM, Arvind Krishna, prognostiziert, dass Quantentechnologien ab 2028 oder 2029 beginnen werden, einen messbaren Einfluss auf den Umsatz und den Gewinn des Unternehmens auszuüben. Ihm zufolge könnte dieser Sektor bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts einen Marktwert von etwa 1,3 Billionen US-Dollar schaffen.

Die Prognose erfolgt in einer Zeit finanzieller Herausforderungen für den Giganten, da die Aktien des Unternehmens seit Jahresbeginn um über 24 % gefallen sind. Dennoch erwartet IBM für das Jahr 2026 bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzwachstum zwischen 4 % und 5 % und prognostiziert eine Erhöhung des freien Cashflows um etwa 1 Milliarde US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten Quartal generierte das Unternehmen einen freien Cashflow von 2,5 Mrd. US-Dollar und schüttete 1,6 Mrd. US-Dollar in Form von Dividenden an die Aktionäre zurück, was einer Dividende von 1,69 US-Dollar pro Aktie entspricht.

Technologischer Fortschritt und Zusammenarbeit

Am 30. April demonstrierte IBM in Partnerschaft mit Algorithmiq und der University of Chicago einen Quantenvorteil. In einem gemeinsamen Projekt mit Qedma Quantum Computing wurde der Quantenprozessor Heron verwendet, um komplexe physikalische Prozesse in Materialien zu modellieren. Die Berechnung erreichte ein Ausmaß von 74 Quanteneinheiten und löste eine Aufgabe, die für klassische Computer praktisch unzugänglich ist, in nur 15 Minuten.

Algorithmiq spielt eine Schlüsselrolle bei der Materialmodellierung, was potenzielle Anwendungen in der Entwicklung besserer Batterien (wie Kathodenmaterialien und Elektrolyte), effizienterer Medikamente und neuer Lösungen im Bereich der Kernenergie hat.

Strategische Investitionen und Infrastruktur

IBM plant, in den nächsten fünf Jahren über 10 Milliarden US-Dollar in Quantentechnologien zu investieren, mit dem Ziel, bis 2029 einen skalierbaren, fehlertoleranten Quantencomputer vorzustellen. Ein Teil der Strategie umfasst das Projekt 'Anderon' – eine gemeinsame Initiative mit dem US-Arbeitsministerium zum Bau einer spezialisierten Fabrik für die Herstellung von Quanten-Wafern. Das Projekt könnte bis zu 1 Milliarde US-Dollar an Unterstützung aus dem US-Halbleiterprogramm erhalten, wobei IBM denselben Betrag investieren wird.

Herausforderungen und Wettbewerb

Krishna betont, dass die Haupthindernisse für eine Massenimplementierung die Systemstabilität, die Skalierbarkeit und die Fehlerkontrolle bleiben. Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Alphabet und Rigetti Computing, die sich hauptsächlich auf Prozessoren oder Softwarelösungen konzentrieren, entwickelt IBM eine ganzheitliche Infrastruktur – von der Produktion über die Software bis hin zu Unternehmenskunden. Dies positioniert das Unternehmen in einer anderen Lage, birgt aber auch das spezifische Risiko, zu einem „traditionellen Softwareunternehmen“ zu werden, falls sich die Entwicklung der Quantentechnologie verlangsamt.

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