July 21, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Wirtschaft

Die bulgarische Ölrose ist gefährdet: Wissenschaftler fordern strenge Kontrolle des Exports von genetischem Material

Българската маслодайна роза е застрашена: Учените настояват за строг контрол върху износа на генетичен материал
Foto: Lyudmil Buyukliev · CC BY-SA 4.0

Der bulgarische Sektor der ätherischen Ölpflanzen steht vor dem ernsthaften Risiko eines Verlusts seines einzigartigen genetischen Kapitals. Wissenschaftler des Instituts für Rose und ätherische Ölpflanzen in Kazanlak fordern die sofortige Einführung strengerer Kontrollmechanismen für den Export von Pflanzmaterial und Züchtungsergebnissen.

Während eines Arbeitstreffens mit dem Gouverneur der Region Stara Zagora, Doz. Dr. Kaloyan Damyanov, betonten die Experten, dass das wachsende internationale Interesse an der bulgarischen Ölrose eine Gefahr birgt. Ohne angemessene Regulierung könnten wertvolle Sorten ohne die notwendigen Einschränkungen exportiert werden, was das nationale wirtschaftliche Interesse untergräbt.

Neben dem Schutz des Genpools wiesen die Wissenschaftler auch auf andere kritische Probleme hin, die die Entwicklung des Sektors bremsen:

  • Unzureichende Finanzierung: Trotz des hohen wissenschaftlichen Potenzials arbeitet das Institut mit veralteter Ausrüstung, was den Wettbewerb mit führenden weltweiten Zentren erschwert.
  • Fehlen eines nationalen Referenzlabors: Derzeit sind die Zertifizierung und die Qualitätskontrolle von Rosenöl auf verschiedene Labore verteilt, was die Notwendigkeit eines zentralisierten Standards schafft.
  • Schwache Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Es besteht Bedarf an einer aktiveren Partnerschaft, bei der wissenschaftliche Entwicklungen eine direkte praktische Anwendung in der Produktion finden.

Der Gouverneur versprach, eine Diskussion mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung einzuleiten, um regulatorische Änderungen zu erörtern. Als Lösung schlug er die Nutzung von Modellen der öffentlich-privaten Partnerschaft vor, bei denen der Staat Unternehmen anreizt, die in wissenschaftliche Forschung investieren.

Das Institut in Kazanlak demonstriert weiterhin hohe Leistungen, wie zum Beispiel die Züchtung der Lavendelsorte „Teres“ und erfolgreiche Versuche zum Anbau von Kulturen in über 1500 Metern Höhe in den Rhodopen. Diese Erfolge erfordern jedoch einen stabilen institutionellen Schutz, damit der bulgarische Sektor auf der Weltbühne wettbewerbsfähig bleibt.

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