Der Trump-Effekt: Warum US-Aluminiumzölle zu einem wirtschaftlichen Fehlschlag wurden
Die Politik der Trump-Administration bezüglich der Importzölle auf Aluminium erweist sich als eines der größten wirtschaftlichen Paradoxien in den USA. Trotz des Ziels, die heimische Produktion anzukurbeln, führten die Maßnahmen des Weißen Hauses zu unerwarteten Folgen: einem drastischen Anstieg der Preise für amerikanische Verbraucher und einer Vertiefung der Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten.
Trotz der jüngsten Versuche der Regierung, die Belastung für Unternehmen, die in neue Aluminiumwerke investieren, zu mildern (durch eine Senkung der Zölle von 50 % auf 25 %), zeigt die Analyse, dass diese Entscheidung ein „Festhalten an einem Fehler“ ist. Das Hauptproblem ist nicht der Mangel an Schutzmaßnahmen, sondern das strukturelle Defizit. Die USA verfügen nur über vier in Betrieb befindliche Schmelzhütten, während der Verbrauch des Landes bei etwa 4 Millionen Tonnen liegt und die heimische Produktion lediglich etwa 15-17 % dieser Nachfrage deckt.
Einer der Hauptfaktoren, die eine Erholung der amerikanischen Industrie kurzfristig fast unmöglich machen, ist die Energiekrise. Das Schmelzen von Aluminium ist ein energieintensiver Prozess, und derzeit müssen sich amerikanische Unternehmen mit den schnell wachsenden Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) um Elektrizität konkurrieren. Dies macht den Preis für Industriestrom zu hoch für eine wettbewerbsfähige Produktion.
Das Ergebnis ist die „Midwest-Prämie“ – der Aufpreis, den amerikanische Automobil-, Geräte- und Verpackungshersteller im Vergleich zu den weltweiten Marktniveaus zahlen. Diese Prämie sprang von 420 Dollar pro Tonne vor zwei Jahren auf fast 2600 Dollar im Juni dieses Jahres. Mit anderen Worten: Die amerikanische Wirtschaft zahlt die weltweit höchsten Preise für diesen Rohstoff.
Auch die Handelsbeziehungen zu wichtigen Verbündeten sind gefährdet. Anstatt die Vorteile Kanadas zu nutzen – dem größten Aluminiumlieferanten der USA mit günstiger Wasserkraft – gefährdet Washington die Beziehungen zu seinem Nachbarn durch neue Zölle. Dies zwingt kanadische Hersteller bereits dazu, ihre Produktion nach Europa statt auf den amerikanischen Markt umzuleiten, was die globalen Handelsbilanzen weiter verschlechtert.


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