July 22, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Grüner Planet

Das stille Opfer der Flammen: Wie Wildtiere nach Waldbränden gerettet werden

Тихата жертва на пламъците: Как се спасяват дивите животни след горските пожари
Foto: Courtney Celley/USFWS · Public domain

Wenn die Flammen abgeklungen sind und die Feuerwehr abzieht, beginnt eine andere Mission, die von der breiten Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen wird. Die Teams des Rettungszentrums für Wildtiere von „Grüner Balkan“ dringen in die verbrannten Gebiete vor, mit dem Ziel, die überlebenden Bewohner des Waldes zu finden und zu retten.

Die Arbeit der Spezialisten ist extrem mühsam und systematisch. Sie durchqueren das verkohlte Land in Reihen, um eine möglichst große Fläche abzudecken. Gesucht werden verletzte Tiere, Spuren von Bewegung, Nester oder Überreste. Wie Dr. Hristina Klisurova vom Zentrum erklärt, wird jedes gefundene Individuum nach Art, Geschlecht und Alter dokumentiert – unabhängig davon, ob es lebendig oder tot ist.

Wer sind die am stärksten gefährdeten?
Brände töten nicht nur durch direkten Kontakt mit dem Feuer. Das größte Risiko besteht für Tiere, die sich nicht schnell fortbewegen können: Schildkröten, Eidechsen, Schlangen und kleine Vögel, die noch nicht fliegen können. Unter der Erde sterben oft Nagetiere und kleine Säugetiere. Die Gefahr geht auch von Desorientierung aus – der Fall in der Gegend um das Dorf Radovets, wo Störche, die durch das Feuer in Panik geraten waren, mit Stromleitungen kollidierten, ist ein Beweis dafür, dass Rauch und Panik ebenfalls tödlich sein können.

Rehabilitation und ein neues Zuhause
Die überlebenden Tiere, die eine Seltenheit sind, werden in das Zentrum für veterinärmedizinische Hilfe transportiert. Nach einer Behandlung, die Monate dauern kann, werden sie in die Natur zurückgeführt. Wenn ihr Lebensraum vollständig zerstört wurde, sucht das Team nach einem geeigneten alternativen Ort für ihre Umsiedlung.

Bessere Organisation und Freiwillige
Seit 2025 ist das Zentrum durch die Teilnahme an einer Initiative des WWF und des Nationalen Freiwilligenverbandes besser vorbereitet. Sie verfügen über Funkstationen und spezialisierte Ausrüstung, aber die Feldarbeit hängt nach wie vor kritisch von Freiwilligen ab. Darunter sind auch Studenten der Thrakischen Universität, die zu den groß angelegten Suchaktionen beitragen, ohne die es unmöglich wäre, das verwüstete Gebiet abzudecken.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Retter nicht in aktive Brandherde eindringen, um die Feuerwehrleute nicht zu behindern und ihr eigenes Leben nicht zu riskieren, sondern erst handeln, wenn das Gelände für sicher erklärt wurde.

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