Das Schwarze Meer als „natürliches Museum“: Wie die Unterwasserarchäologie die Geheimnisse von Sozopol enthüllt
Während die Touristen den Sommer an den bulgarischen Stränden genießen, ist dies für Archäologen eine der aktivsten Forschungsperioden. Das Unterwasser-Kulturerbe Bulgariens gehört zu den reichsten in der Schwarzmeerregion, und die Gegend um Sozopol offenbart Spuren menschlicher Aktivitäten, die mehr als 7000 Jahre zurückreichen.
Laut Dr. Nayden Prahov, Direktor des Instituts für Unterwasser-Erbe in Sozopol (unter der Schirmherrschaft der UNESCO), fungiert das Schwarze Meer als ein riesiges natürliches Museum unter Wasser. Die einzigartigen natürlichen Bedingungen – der hohe Schwefelwasserstoffgehalt und der Sauerstoffmangel in den tiefen Gewässern – ermöglichen es organischen Materialien, in einem außergewöhnlich guten Zustand erhalten zu bleiben. Dies ist ein seltenes Phänomen, das in anderen Meeren fast unmöglich ist.
Erhaltene Spuren aus der Prähistorie
Die archäologischen Funde im Gewässer des ehemaligen Sozopolis (Apollonia Pontica) sind beeindruckend. Teams haben Überreste prähistorischer Siedlungen aus dem Neolithikum, der Kupfersteinzeit und der Bronzezeit entdeckt. Unter dem Meeresboden werden Wohnkonstruktionen, Holzpfähle und Artefakte gefunden, die beweisen, dass diese Region einst ein fruchtbares Küstental mit Süßwasserquellen war.
Technologien und Herausforderungen
Die meisten Ausgrabungen finden in einer Tiefe von bis zu 10 Metern statt, aber für tiefere Objekte verlassen sich die Spezialisten auf moderne Technologien wie ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, Sonar und Echolote. Der Prozess erfordert eine präzise Vorbereitung und strenge Sicherheitsprotokolle, da jeder Tauchgang eine riskante und hochtechnologische Tätigkeit ist.
Die Untersuchungen bestätigen, dass der allmähliche Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit riesige Gebiete überflutet und antike Siedlungen in Unterwasserobjekte verwandelt hat. Diese Prozesse schreiben nicht nur die Geschichte der Region neu, sondern bieten auch eine wissenschaftliche Grundlage für das Verständnis der Legenden von der „Sintflut“, die in vielen antiken Kulturen existieren.


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