August 5, 2026 BG EN UK RU DE PL TR

Gesetz und Ordnung

Bulgarien und die Niederlande im Zentrum eines Zollbetrugsschemas mit über 1.000 Fahrzeugen nach Zypern

България и Нидерландия са в центъра на схема за митническа измама с над 1000 автомобила към Кипър
Foto: HM Revenue & Customs · CC BY 2.0

Bulgarien und die Niederlande werden für Zollbetrug mit Automobilen nach Zypern genutzt

Bulgarien und die Niederlande wurden als Schlüsselteilnehmer in einem Schema zur Einfuhr von Gebrauchtwagen aus dem Vereinigten Königreich nach Zypern durch die Manipulation von Zollwerten identifiziert. Die zyprische Zollfahndung hat über 1.000 Fahrzeuge überprüft, wobei in Dutzenden von Fällen gefälschte Dokumente zur Zahlung von Zöllen entdeckt wurden.

Mechanismus des Betrugs

Der Ermittlungen zufolge treffen die Fahrzeuge zunächst in den Niederlanden ein, wo eine Zollabwicklung auf Basis extrem niedriger deklarierter Werte in den elektronischen Systemen erfolgt. Anschließend werden sie auf dem Landweg nach Bulgarien transportiert, wo sie registriert werden und EU-Dokumentation erhalten. Auf diese Weise gelangen die Fahrzeuge als Waren mit Ursprung aus einem EU-Mitgliedstaat nach Zypern, was sie von einer erneuten Verzollung befreit.

Diese Strategie wird auch genutzt, um die zyprische Gesetzgebung zu umgehen, die den Import von Gebrauchtwagen, die älter als fünf Jahre sind, aus Drittstaaten verbietet. Durch die Registrierung in Bulgarien werden die Fahrzeuge aus dem Vereinigten Königreich als EU-Fahrzeuge ausgegeben.

„Preise, für die man sich nicht einmal ein Fahrrad kaufen könnte“

Georgios Konstantinou, ein leitender Zollbeamter und Sprecher der Zollbehörde von Zypern, weist darauf hin, dass die deklarierten Werte „erschreckend niedrig“ waren. Er fügt hinzu, dass Luxuslimousinen und SUVs mit nur einem Fünftel oder sogar einem Zwanzigstel ihres tatsächlichen Marktwertes deklariert wurden.

„Wir sprechen von Preisen, für die man sich nicht einmal ein Fahrrad kaufen könnte“, erklärt Konstantinou.

Internationale Ermittlungen

Der Schaden durch die hinterzogenen Zollabgaben und Steuern wird auf Millionen von Euro geschätzt. Zypern arbeitet bereits mit den Behörden in den Niederlanden und Bulgarien zusammen und hat Beweise bei den europäischen Institutionen vorgelegt. Es wird erwartet, dass die Europäische Staatsanwaltschaft und das Amt für Europäische Antikorruptionsbekämpfung (OLAF) an den Ermittlungen beteiligt sein werden, um festzustellen, ob hinter dem Schema ein organisiertes kriminelles Netzwerk steht, das auf mehreren Ebenen in der EU agiert.

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