Zwei Kindergärten statt Dutzender: Das Budgetdefizit für Bildung in Sofia
Die Stadtverwaltung der Hauptstadt befindet sich in einem heftigen Konflikt mit den staatlichen Institutionen über die Verteilung der Bildungsmittel. Während Sofia die Stadt mit der höchsten Kinderzahl und dem akutesten Platzmangel ist, genehmigt der Staat die Finanzierung für nur zwei neue Kindergärten – eine Zahl, die der in Blagoewgrad entspricht.
Die stellvertretende Bürgermeisterin für Bildung, Desislava Zhelyazkova, betonte die Diskrepanz zwischen dem Bedarf der Hauptstadt und den zugewiesenen Budgets. Ihr zufolge sind für Plovdiv sieben Kindergärten und für Pazardschik fünf vorgesehen, während Sofia nur minimale Unterstützung erhält. Die Situation ist auch für die Schulen kritisch, wo 45 kommunale Einrichtungen noch im Zweischichtbetrieb arbeiten, aber Mittel zur Erweiterung der Kapazitäten nur für eine von ihnen vorgesehen sind.
„Investitionen müssen dem Bedarf folgen“, sagte Zhelyazkova und fügte hinzu, dass die Ablehnung des Investitionsprogramms von 570 Mio. Euro reale Folgen für Tausende von Familien haben wird. Sie äußerte die Besorgnis, dass im Parlament anstelle von Lösungen Kommentare zu hören seien, die versuchen, das soziale Problem in ein politisches Instrument zu verwandeln.
Auf der anderen Seite wies Finanzminister Galab Donev auf eine andere Sichtweise hin. Ihm zufolge wurden 13 Mio. Euro für Kindergärten in Sofia verabschiedet, aber die Stadtverwaltung habe keine Projektbereitschaft gezeigt und keine Mittel für diese Aktivitäten angefordert.
Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung an 23 Projekten zum Bau und zur Erweiterung von Krippen und Kindergärten, nachdem in den letzten zwei Jahren über 2400 neue Plätze geschaffen wurden. Die Frage bleibt jedoch: Wie soll das jahrzehntelange Defizit ohne eine stabile staatliche Politik überwunden werden?


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