Spannungen zwischen Athen und Ankara: Griechenland schließt Minderheitenschulen in Thrakien
In der Region Thrakien entstehen neue Spannungen in den Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei. Die griechischen Behörden haben beschlossen, acht Schulen zu schließen, die die türkische Minderheit in Westthrakien versorgen, und begründeten ihre Maßnahmen offiziell mit einer unzureichenden Schülerzahl.
Durch diesen Schritt sinkt die Gesamtzahl der Minderheitenschulen in der Region auf 76. Die Entscheidung löste eine sofortige diplomatische Reaktion von Ankara aus. Das türkische Außenministerium protestierte und erklärte, dass die Maßnahmen Athens einen direkten Verstoß gegen den Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 darstellten.
Ein Vertreter des türkischen Ministeriums, Oncu Keceli, wies darauf hin, dass auch künstliche Hindernisse bei der Anmeldung neuer Schüler beobachtet wurden, insbesondere an einer Schule in Xanthi. Ihm zufolge sei dies Teil einer breiteren Strategie zur Einschränkung der Bildungsrechte der muslimischen Minderheit in der Region.
Der Vertrag von Lausanne, der den Griechisch-Türkischen Krieg beendete, garantiert der muslimischen Minderheit in Westthrakien das Recht auf Unterricht in türkischer Sprache. Obwohl in der Region auch Bulgarisch und Romanes gesprochen werden, bleibt die Frage des Sprachunterrichts an diesen Schulen ein sensibles Thema in der griechischen Innenpolitik.


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