Skandal im Kulturstiftung: Rechnungshof deckt Käufe von Unterwäsche, Kleidern und Taschen mit öffentlichen Mitteln auf
Die Nationale Kulturstiftung ist Gegenstand einer ernsthaften Prüfung durch den Rechnungshof geworden, die eine Reihe von finanziellen und verfahrenstechnischen Verstößen für den Zeitraum 2021–2023 aufgedeckt hat. Eine der sensationellsten Feststellungen betrifft die Ausgaben für „Arbeitskleidung".
Den Prüfungen zufolge hat die Stiftung anstelle von professioneller Ausrüstung Rechnungen für private Gegenstände wie Kleider, Taschen, Unterwäsche, Boxershorts, Leggings, Gürtel und sogar Wanderschuhe beglichen. Die Beträge für Kleidung wurden in Höhe von fast 14.000 Lewa an die Mitarbeiter ausgezahlt, wovon 1.600 Lewa direkt an den Geschäftsführer gingen.
Der Audit hebt auch systemische Probleme bei der Verteilung von Mitteln für kreative Projekte hervor. Anstatt dass der kulturelle Wert der Projekte der leitende Faktor war, war das korrekte Ausfüllen der technischen Formulare von entscheidender Bedeutung. Krasimir Dimitrov, Direktor einer Abteilung im Rechnungshof, weist auf den Mangel an Dokumentation und Kontrolle hin und stellt fest, dass es keine Beweise dafür gibt, ob die finanzierten Projekte einen realen kreativen Inhalt haben.
Neben den Ausgaben für Kleidung wurden auch andere finanzielle Abweichungen festgestellt:
- Die für Vergütungen vorgesehenen Mittel wurden um fast 600.000 Lewa überschritten.
- Ein Großteil des Gehaltsbudgets wurde für externe Dienstleistungen (Juristen, Buchhalter) verwendet, die auf zivilrechtlicher Basis eingestellt wurden, anstatt für das Stammpersonal.
- Die Verzögerung von Projekten im Rahmen des Wiederaufbau- und Resilienzplans birgt das Risiko eines Verlusts von EU-Mitteln.
Das Kulturministerium lehnte eine sofortige Stellungnahme ab und erklärte, dass eine offizielle Position zu dem Fall vorbereitet werde.


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