Pekanov: Bulgarien hat keine Ressourcen für neue Hilfe für die Ukraine; der Fokus liegt auf Diplomatie und Reformen
Bulgarien hat im laufenden Jahr nicht die finanziellen Möglichkeiten, neue Hilfe für die Ukraine zu leisten, sagte Vizepremier Atanas Pekanov. Ihm zufolge sind die verfügbaren Ressourcen für militärische Unterstützung bereits erschöpft, und das Haushaltsdefizit lässt keine zusätzlichen Ausgaben in diesem Sektor zu.
In einem Interview mit der Sendung „Der Tag beginnt mit Georgi Lyubenov“ betonte Pekanov, dass die Position der Regierung darauf ausgerichtet sei, eine diplomatische Lösung des Konflikts zu finden. Er fügte hinzu, dass der bisherige Ansatz der europäischen Staatschefs nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt habe, und befürwortete einen ausgewogenen Ansatz, den auch Präsident Rumen Radew teile.
In Bezug auf die europäischen Sanktionen verteidigte der Vizepremier das Recht Bulgariens, seine Argumente innerhalb der EU zu vertreten. Er führte als Beispiel die Argumente gegen Sanktionen gegen den Patriarchen an und wies darauf hin, dass diese lediglich die religiösen Spannungen verstärken könnten, ohne den Verlauf des Krieges zu beeinflussen.
Wirtschaftliche Herausforderungen und der Euro
Pekanov kommentierte auch die Sorgen hinsichtlich der Preise nach der Einführung des Euro. Seiner Meinung nach habe ein Teil der Wirtschaft, insbesondere im Tourismus, Fehler bei der Preisgestaltung gemacht, indem er versuchte, die Kosten an denen in Westeuropa anzugleichen, was Touristen abschrecken könnte.
Gleichzeitig wies er die Möglichkeit einer erneuten Senkung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe kategorisch zurück und erklärte, dass der Fokus auf der Verwaltungsreform und einer besseren Einnahmenerhebung liegen müsse.
Dringende Fristen des Wiederaufbauplans
Einer der kritischsten Momente für die Regierung ist der Abschluss der Projekte im Rahmen des Wiederaufbau- und Resilienzplans. Pekanov warnte, dass nur noch 45 Tage bis zur Frist (31. August) verbleiben und jede Nichterfüllung das Land etwa 437 Millionen Euro kosten könnte.
„Es gibt eine vollständige Mobilisierung in allen Ministerien. Was bis Ende August nicht abgeschlossen ist, kann nicht finanziert werden“, warnte er und rief die Auftragnehmer zu maximaler Geschwindigkeit auf.
Die Zukunft der Wirtschaft
Der Vizepremier prognostizierte eine Veränderung im zukünftigen Haushalt, die eine Optimierung des Staatsapparats, die Schließung unnötiger Behörden und eine Transparenz der Wirtschaft beinhalten wird. Er wies darauf hin, dass das langfristige Potenzial Bulgariens in Hochtechnologiesektoren wie der künstlichen Intelligenz, dem Weltraumsektor und der Verteidigungsindustrie liege.


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