Belgien ruft die EU zu einer gemeinsamen Front gegen neue US-Zölle auf Medikamente auf
Belgien hat die Europäische Union dazu aufgerufen, geschlossen und koordiniert zu handeln, um der Absicht des US-Präsidenten Donald Trump entgegenzuwirken, erhebliche Zölle auf den Import von Generika einzuführen. Dies erklärte der belgische Außenminister Maxime Prévot, wie die Agentur Belga berichtete.
Laut Prévot sind die globalen Produktionsketten im Pharmasektor eng miteinander verknüpft, was bedeutet, dass die Einführung von Handelsbarrieren nicht nur negative Folgen für die USA, sondern auch für die Patienten in Europa haben wird. Er betonte, dass die EU Innovationen schützen und die Versorgungssicherheit durch eine gemeinsame Antwort gewährleisten müsse.
Die Besonderheit der Situation liegt darin, dass die USA ein Schlüsselmarkt für die belgische Pharmaindustrie sind, da sie mehr als die Hälfte der Exporte des Landes auf den amerikanischen Markt ausmacht. Trumps Pläne sehen vor, dass ab August 2028 der Import von Generika in die USA mit einem Zoll von 100 % belegt wird, während diese Produkte bisher von solchen Abgaben befreit waren.
Auch das Europäische Parlament äußert Besorgnis. Kathleen Van Brempt, EU-Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für internationalen Handel, warnte davor, dass die neuen Maßnahmen bestehende Handelsabkommen zwischen der EU und den USA verletzen könnten. Sie wies darauf hin, dass europäische Medikamente, deren Inhaltsstoffe und Rohstoffe gemäß den aktuellen Vereinbarungen nur standardmäßigen Zöllen unterliegen sollten.
„Wenn Zölle von 100 bis 200 Prozent auf europäische Produkte erhoben werden, wird dies das Abkommen verletzen und dessen Einhaltung ernsthaft gefährden“, sagte Van Brempt. Sie forderte die Europäische Kommission auf, unverzüglich eine offizielle Klarstellung von Washington bezüglich der künftigen Handelspolitik einzufordern.


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