Politische Spannungen nach Verabschiedung des Haushalts 2026
Die Verabschiedung des Haushalts 2026 hat einen ernsthaften politischen Streit zwischen der regierenden Mehrheit und der Opposition ausgelöst. Während die Vertreter von „Progressives Bulgarien“ den Finanzrahmen als Instrument zur Stabilisierung der öffentlichen Finanzen verteidigen, haben die Oppositionsparteien ihre Absicht angekündigt, rechtliche Schritte gegen das Dokument einzuleiten.
Argumente der Opposition und rechtliche Herausforderungen
Die Partei GERB hat beschlossen, den Haushalt vor dem Verfassungsgericht anzufechten. Das Hauptargument ist der Verstoß gegen das Gesetz über die öffentlichen Finanzen, wonach das Defizit zwischen Einnahmen und Ausgaben 3 % nicht überschreiten darf. Der verabschiedete Haushaltsplan sieht ein Defizit von 5,7 % vor.
Der Vorsitzende von GERB, Boiko Borissow, bezeichnete den Haushalt als „völligen Fehlstart“ und wies darauf hin, dass ein Defizit von über 3 % nur unter außergewöhnlichen Umständen wie Krieg oder einer Epidemie zulässig sei. Er kritisierte zudem die Änderungen beim versicherungstechnischen Einkommen, die seiner Meinung nach die Arbeitgeber bestrafen, sowie die Kürzung der Mittel für die Religionsgemeinschaften um 25 %.
„Wir fordern Veränderungen“ drängt auf ein präsidiales Veto und organisiert derzeit eine Petition, die bereits 26.000 Unterschriften gesammelt hat.
Die Antwort der regierenden Mehrheit
Vertreter der Regierungskoalition verteidigen den neuen Finanzrahmen. Ivan Angelov von „Progressives Bulgarien“ erklärte, dass der Haushalt die Krise der öffentlichen Finanzen beende und die Möglichkeiten der Opposition einschränke, sich mit einem Mangel an Haushaltsmitteln zu rechtfertigen.
Vizepremier Atanas Pekanov wies die Kritik von GERB zurück und erklärte, dass die alte Budgetpolitik auf „dauerhafte Armut“ ausgerichtet gewesen sei, während das Ziel der derzeitigen Regierung die Erhöhung der Einkommen sei, ohne die Sozialausgaben zu gefährden.
Institutionelle Schritte und Inkrafttreten
Präsidentin Iliana Jotova hat bereits die Budgets für die soziale Sicherheit und die Krankenversicherung unterzeichnet und ihre Bereitschaft erklärt, auch den zentralen Haushalt im Staatsanzeiger zu veröffentlichen.
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Viele der Änderungen im Finanzrahmen, einschließlich der Preiserhöhung für Vignetten, werden am 1. August in Kraft treten.