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Ökologische Krise in Nordostbulgarien: Wälder vertrocknen, wirtschaftliche Verluste könnten 10 Milliarden Euro erreichen

Grüner Planet · 2026-07-22 10:54:05

Rodolfo Caicedo

Nordostbulgarien steht vor einer kritischen ökologischen Situation. Der Zustand der Waldökosysteme und der Windschutzgürtel in der Region verschlechtert sich drastisch, was sofortige Änderungen in der Waldbewirtschaftung erfordert, warnen Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, der Exekutivagentur für Forsten und die wissenschaftliche Gemeinschaft.

Laut dem stellvertretenden Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Prof. Ivan Paligorov, ist das Problem äußerst ernst. In den letzten Jahrzehnten ist die Durchschnittstemperatur in der Region um etwa 1,5 Grad gestiegen, und die Niederschläge werden extremer – kurzzeitig, aber mit enormer Intensität. Diese Veränderungen gefährden nicht nur empfindliche Arten, sondern auch lokale Bestände wie Linden, Eichen und Zirbelkiefern.

Sanitäre Fällungen und Wiederaufforstung mit einheimischen Arten sind notwendig
Um das vollständige Verschwinden der Bestände zu verhindern, betonen die Experten die Notwendigkeit von sanitären und Zwangs-Fällungen. Ziel ist es, Flächen freizumachen, die anschließend vorwiegend mit einheimischen Baumarten wiederaufgeforstet werden sollen, die am besten an das lokale Klima angepasst sind.

Doz. Georgi Kostov von der Forsttechnischen Universität fügt hinzu, dass der Klimawandel nur einer der Faktoren ist. Das Hauptproblem besteht darin, dass ein Großteil der Wälder unter starkem menschlichem Einfluss steht und das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat. In Bulgarien befinden sich etwa 1,8 Millionen Hektar Wald in schlechtem Zustand oder sind vom Absterben bedroht.

Das wirtschaftliche Ausmaß der Krise
Die Folgen dieses Prozesses sind nicht nur ökologischer Natur, sondern bergen auch enorme finanzielle Risiken. Nach Schätzungen von Doz. Kostov könnte das Land etwa 200 Millionen Kubikmeter Holz verlieren, was bei den derzeitigen Preisen einem potenziellen Verlust von etwa 10 Milliarden Euro entspricht. Die Wiederherstellung der betroffenen Gebiete wird Investitionen in ähnlicher Größenordnung erfordern.

Bedrohte Windschutzgürtel in Dobrudscha
Besondere Aufmerksamkeit gilt den bewaldeten Windschutzgürteln in Dobrudscha. Obwohl sie nur 3 % der Fläche einnehmen, sind sie für die Landwirtschaft kritisch – sie erhöhen die Produktivität der Böden um 10 % und schützen den Boden vor Erosion. In Trockenjahren erhöht das Vorhandensein dieser Gürtel die Erträge um bis zu 35 % und senkt die Produktionskosten.

Der Bürgermeister von Ruse, Pencho Milkov, bestätigte, dass die städtische Vegetation in der Gemeinde bereits die Auswirkungen des Klimawandels zeigt, wobei einige Arten in der lokalen Umgebung nicht mehr überleben können. Neue Strategien für das Wassermanagement und die Anpassung des städtischen Grünsystems sind erforderlich.

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Die Experten kommen zu dem Schluss, dass die Lösung eine langfristige Strategie erfordert: die Aktualisierung der Gesetze, eine Bestandsaufnahme der betroffenen Gebiete und der Übergang zu trockenheitsresistenteren Arten bei der zukünftigen Aufforstung.

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