Bedeutende Funde beim Mostitsch-Kloster
Die archäologischen Ausgrabungen im Bereich des Mostitsch-Klosters wurden abgeschlossen, wie die Leiterin der Untersuchungen, Doz. Rosina Kostova, der BTA mitteilte. Die Untersuchungen wurden im Zeitraum zwischen dem 8. Juli und dem 5. August durchgeführt und durch das Kulturministerium aus dem Staatshaushalt finanziert.
Ein Haupterfolg der Saison ist die Entdeckung eines Bleisiegels von Zar Simeon, das auf die Zeit von 917–927 n. Chr. datiert wird. Auf dem Siegel wird der Monarch als „friedfertiger Basileus“ bezeichnet. Das Objekt zeigt eine Darstellung des Zaren mit seinen Insignien, während auf der Rückseite das Bild der Heiligen Gottesmutter, der Schutzpatronin der Dynastie von Zar Boris, zu sehen ist, die das Bildnis Jesu Christi in einem Medaillon hält.
Bestätigte Strukturen und materielle Kultur
Die Archäologen schlossen die Untersuchung eines Gebäudes ab, das östlich der Kirche Nummer 5 im Klosterkomplex liegt. Der Fund bestätigt die Vorhersagen der geophysikalischen Untersuchungen, die 2024 vom Institut für Ozeanographie der BAS durchgeführt wurden. Laut Doz. Kostova ist das entdeckte Gebäude ein Kettenbau, der Wohn- und Wirtschaftsfunktionen kombiniert.
Neben dem Siegel wurden während der 25 Arbeitstage folgende Gegenstände entdeckt:
- zwei bronzene Brustkreuze (eines davon mit einer Darstellung des Kruzifixes);
- eine Knochenplatte mit durchbrochener Dekoration, die charakteristisch für Preslaw ist;
- Fragmente von bemalter Keramik aus Preslaw;
- verschiedene Gebrauchsgegenstände, die wichtig für die Erforschung der mittelalterlichen materiellen Kultur sind.
Finanzierung und Zukunftspläne
Die Gesamtsumme des Projekts beläuft sich auf etwa 43.000 Euro. An den Untersuchungen nahmen 14 Arbeiter aus Veliki Preslaw und 15 Studenten der Archäologie der Universität „St. Kyrill und Method“ in Veliko Tarnovo teil, die ihr reguläres Praktikum absolvierten.
Doz. Kostova betonte, dass das Projekt zwar realisiert wurde, die Finanzierungsparameter für 2025 jedoch aufgrund von Verwaltungsänderungen und Geldmangel nicht eingehalten wurden. Sie fügte hinzu, dass aus dem Budget etwa 4.000 Euro für die Konservierung vor Ort bereitgestellt wurden, was der Anforderung von mindestens 10 % der Summe entspricht.
Aufruf zur staatlichen Verantwortung
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Die Leiterin der Ausgrabungen äußerte Besorgnis über den Zustand von Preslaw und den Bedarf an Ressourcen für Konservierung und Restaurierung. Sie erinnerte daran, dass im nächsten Jahr das 1100. Jubiläum des Todes von Zar Simeon gefeiert wird, und forderte den Staat auf, eine aktivere Position einzunehmen und ein Programm zur Gedenkung des Jubiläums vorzubereiten.