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Archäologen entdecken Überreste von 14 Sklavenschiffen in den nördlichen Bahamas

Archäologie · 2026-07-27 23:13:55

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Beweise für die maritime Route des Sklavenhandels

Eine archäologische Untersuchung im Norden der Bahamas hat die Überreste von 14 Schiffen ans Licht gebracht, die im Zeitraum zwischen 1704 und 1887 gesunken sind. Die Funde dokumentieren den maritimen Korridor, der für den Transport versklavter Afrikaner durch den Providence Channel nach New Providence, Kuba und New Orleans im Golf von Mexiko genutzt wurde.

Laut dem britischen Meeresarchäologen Sean Kingsley stellen diese Entdeckungen eine „unbekannte Autobahn zu den Schrecken des Sklavenhandels“ dar. Viele der identifizierten Schiffe segelten unter amerikanischer Flagge und versorgten die Zucker- und Kaffeeplantagen auf Kuba.

Das Ausmaß des Handels und der historische Kontext

Der Bericht „Greater Abaco Shipwrecks: Echoes of the Caribbean Plantation“, veröffentlicht vom Projekt „The Lost Ships of the Bahamas“, liefert konkrete Daten über das Ausmaß der Transportmittel. Als Beispiel nennt Kingsley das Schiff „Atlanta“, das im Jahr 1806 insgesamt 15 Personen transportierte, und die amerikanische Schoner „Peter Mowell“, die im Jahr 1860 bis zu 400 Menschen beförderte.

Die Untersuchung unter der Leitung der Organisation Allen Exploration von Carl Allen deckt zudem die grausamen Praktiken während Schiffbrüchen auf. Im Bericht wird angemerkt, dass versklavte Menschen oft in den Laderäumen eingesperrt wurden, um Platz für die Evakuierung der Besatzung im Falle eines Schiffbruchs zu schaffen.

Symbolische Funde und historisches Gedächtnis

Unter den gefundenen Daten befinden sich auch Informationen über das Schiff, mit dem Olaudah Equiano im Jahr 1767 reiste – ein Mann, der im Alter von 11 Jahren aus Nigeria entführt wurde und später zu einer Schlüsselfigur der Abolitionismus-Bewegung wurde.

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Michael Payteman, Direktor des Bahamas Maritime Museum, unterstrich die Schwere der Entdeckungen und merkte an, dass nichts schwerwiegender sei als das Schicksal der Menschen auf den Zuckerplantagen in Kuba. Carl Allen fügte hinzu, dass unter allen bisher in der Region Greater Abaco entdeckten Schiffbrüchen (insgesamt 596 bis heute) der Menschenhandel die eindringlichste Entdeckung sei.

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